Transformation

Der Ulmer Hocker neu gedacht

Drei schüler in schwarzer Kleidung präsentieren ihre drei Hocker in blau, rostrot und hellem Holz vor einer Betonwand.

Schüler der Schule für Gestaltung Basel haben den Ulmer Hocker von Max Bill anlässlich des 90. Jubiläums von wohnbedarf neu gedacht. Hier die Entwürfe von Mulaj Arnis, Diana Pelekhai und Angelica Bebing (v.l.).

Wenn die Schweizer Institution wohnbedarf Jubiläum feiert, fällt der Blick automatisch auf Max Bill. Der Architekt, Designer, Grafiker und Künstler hat nicht nur das legendäre und bis heute gültige wohnbedarf-Logo gestaltet, sondern das Erscheinungsbild des traditionsreichen Zürcher Möbelhauses in vielerlei Hinsicht geprägt. Zudem werden seine Möbelentwürfe bis heute von wohnbedarfs Schwesterfirma wb form produziert und erfolgreich vertrieben. Das bekannteste Stück, der Ulmer Hocker (1954), wurde anlässlich des 90. Firmenjubiläums von wohnbedarf in Kooperation mit der Schule für Gestaltung Basel vielfach neu gedacht: Die in diesem Frühjahr unter dem Motto «Transformation – Dinge und Gegebenheiten neu denken» entstandenen mehr als 25 Objekte setzen sich allesamt mit dem Thema Wohnen oder mit dem Designer Max Bill auseinander. Dabei erzählt jeder Entwurf eine ganz eigene Geschichte.

 

Ulmer Hocker aus Holz mit roten Stäben zu einem Regal erweitert vor einer Betonwand aufgestellt.

Der Entwurf «Extended» von Anna Gygli erweitert die Funktion des Besenstiels, der im Ulmer Hocker selbst vorhanden ist. So enstehen in der Vertikale sowie in der Horizontale neue Ablageflächen.

Liegeschale aus Holz und beigem Polster, die auf zwei umgekehrten Ulmer Hockern balanciert vor einer Betonwand.

Beim Entwurf «Form In Fusion» von Shawna Christen und Chiara Vernier werden zwei umgekehrte Ulmer Hocker zu den tragenden Körpern einer Liegeschale.

Eine kompetente Fachjury hat die Neuinterpretationen im Laufe des Sommers unter die Lupe genommen, darunter die Architektin Jasmin Grego, Max Bills Sohn Jakob Bill, Direktor des Museum für Gestaltung Zürich Christian Brändle, wohnbedarf-Verwaltungsrat Barbara Messmer sowie Stephan Primus von der SfG Basel. Anschliessend werden alle Exemplare vom 17. August bis zum 21. September 2021 im wohnbedarf an der Talstrasse dem Publikum präsentiert. Dieses ist ebenfalls
dazu aufgerufen, vor Ort oder online über wohnbedarf.ch den gelungensten Entwurf zu wählen. Unter allen Teilnehmer*innen werden drei Exemplare des original Ulmer Hockers verlost. Als Ergebnis der Jury in Kombination mit dem Publikumsvoting werden am 22. September fünf Sieger-Objekte im Rahmen der offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten vorgestellt und am 25. September während des Tags der Offenen Tür prominent im Ladenlokal platziert. An diesem Tag wird zudem der original Ulmer Hocker zum Jubiläumspreis von 90.00 CHF erhältlich sein.

Ausstellung mit Publikumsvoting im wohnbedarf:

17. August bis 21. September 2021
Talstrasse 11-15, CH-8001 Zürich
Online-Abstimmung: wohnbedarf.ch

«Seven Twins»: Henrietta Caspar setzte Max Bills Bildserie «7 twins» dreidimensional auf ihren umgestalteten Hockern um.

«Modulor Ulmer Hocker»: Violetta Pfaehler erweiterte ihren Hocker mit Flächen und Stangen zu einem vielseitig nutzbaren Regalsystem. Inspiriert war sie von Le Corbusier und Max Bill, die sich beide mit Geometrie, Mathematik und proportionalen Gesetzmässigkeiten auseinandersetzten.

«Home of the deceased – Der Sophie Taeuber Arp Schrein»: Das Projekt von Lorena Ursula Schulthess ist ein Schrein für die in Max Bills Haus verstorbene Künstlerin Sophie Täuber Arp.

«An der Wand»: Felix Enz hängt seinen aufgeklappten Ulmer Hocker an eine schlichte Aufhängeleiste im Shaker-Stil. Ideal für enge Wohnverhältnisse.

«Transcoloration Schachbrett»: Annina Steiger erweitert die Multifunktionalität ihres Hockers und verwandelt diesen in ein Schachbrett mit zugehörigen, geometrischen Figuren.

«Ulmer Beistelltisch»: Funktionalismus, Reduktion, Einfachheit und Ästhetik im Design – dies sind die Ansprüche, die Max Bill in seinen Designklassikern verfolgte. Diese Werte soll der schlichte Beistelltisch von Katrin Heckendorn widerspiegeln.

«Ulmer Sessel»: Im Entwurf von Vincent Reichenbach wird der Hocker durch eine einfache Erweiterung zu einem Sessel mit multifunktionaler Arm- oder Rückenlehne.

«Interaktion Ulm»: Das Ziel des Projekts von Livia Töngi war es, den Ulmer Hocker zu einem Symbol der menschlichen Interaktion werden zu lassen.

«Der Ulmertisch»: Plötzlich wird der Hocker zum Arbeitsplatz. Tobias Tielsch behielt Max Bills Formensprache bei und verwandelte den Hocker geschickt zum kleinen Home-Office.

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